Der medizinische Campus der Zukunft: Digitale Spitzenlehre im Neubau der Kölner Prosektur
Die Medizinische Fakultät der Universität zu Köln steht seit vielen Jahren für exzellente akademische Ausbildung und wegweisende Forschung. Mit dem spektakulären Neubau der Prosektur an der Gleueler Straße setzt die Hochschule nun neue Maßstäbe in der medizinischen Lehre. Das hochkomplexe Gebäude mit einer Bruttogeschossfläche von rund 9.000 Quadratmetern – verteilt auf fünf Ober- und zwei Untergeschosse – ersetzt einen veralteten Trakt aus den 1960er-Jahren. Es handelt sich hierbei um ein enorm großes Gesamtprojekt und eines der ambitioniertesten Infrastrukturvorhaben des Uniklinikums.
Im Rahmen dieses zukunftsweisenden Projekts erbrachten wir die umfassenden medientechnischen Dienstleistungen. Wir übernahmen die vollständige operative Umsetzung der medientechnischen Infrastruktur – von der detaillierten Ausführungs-, Werk- und Montageplanung bis hin zur professionellen Montage, Inbetriebnahme und der hochspezifischen Softwareprogrammierung. Durch die nachhaltige Investition in modernste Medientechnik ist in Köln-Lindenthal eine der derzeit fortschrittlichsten Prosekturen Deutschlands entstanden, die pünktlich zum Sommersemester den vollen Lehrbetrieb aufnahm
Vom isolierten Präpariertisch zur kompromisslos vernetzten Lernumgebung
Die anatomische Ausbildung am menschlichen Präparat erfordert ein Höchstmaß an Präzision, Konzentration und visuellem Detailreichtum. Die bauliche Struktur der neuen Prosektur umfasst zwei gigantische Präpariersäle mit jeweils 15 anatomischen Präpariertischen. Unter Volllast arbeiten in diesen Räumen bis zu 120 Studierende und 30 Pathologen gleichzeitig an 33 Präparaten. Hinzu kommen ein weitläufiger Histologiesaal mit 154 Mikroskopierplätzen für Studierende, zwei flexibel zusammenschaltbare Seminarräume sowie ein dedizierter Schulungsraum.
Die medientechnische Kernherausforderung bestand darin, die klassische Isolation der einzelnen Arbeitsplätze aufzubrechen. Zuvor war das vermittelte Wissen oft lokal begrenzt; mangelnde Flexibilität und eine unzureichende Vernetzung machten es nahezu unmöglich, besondere anatomische Befunde nahtlos mit der gesamten Gruppe zu teilen. Das neue Anforderungsprofil verlangte eine vollkommene Transformation: Jedes visuelle und auditive Signal musste absolut latenzfrei, verlustfrei und in gestochen scharfer Auflösung von jeder beliebigen Quelle an jeden Monitor oder Projektor im gesamten Gebäude geroutet werden können. Da zudem hochkarätige Gastprofessoren externe Fachärzte schulen, musste das System extrem ausfallsicher sein und gleichzeitig eine intuitive Steuerung bieten, die von den Dozierenden ohne technisches Vorwissen bedient werden kann.
Vollflexibles AV-over-IP-Routing und intuitive Touch-Steuerung
Um dieses hochkomplexe Signal-Szenario stabil und zukunftssicher zu harmonisieren, wurde eine eigene Netzwerkinfrastruktur für die Medientechnik sowie eine leistungsstarke AV-over-IP-Infrastruktur auf Basis von Extron NAV realisiert. Da die Konfiguration und Programmierung dieser High-End-Komponenten höchste Expertise erfordert, setzten unsere spezialisierten Experten (Extron Certified Network AV Specialists) in enger Abstimmung mit der Projektleitung die fehlerfreie Einbindung sowie die gesamte Logikprogrammierung der Mediensteuerung um.
Durch dieses maßgeschneiderte AV-over-IP-Konzept wurden die unterschiedlichen Funktionsbereiche des Gebäudes optimal ertüchtigt:
- Präparationssäle: Die 30 Displays (ein Display je Präparationstisch) sind über freies Quellenrouting flexibel ansteuerbar. Ob Dozentenlaptop, drahtlose Signalübertragung via Extron ShareLink oder vier spezielle Anschlüsse pro Raum für mobile Kameras: Über die von uns programmierten, rollbaren Touchdisplays können Dozierende jedes Signal individuell auf jedes beliebige Display schalten.
- Histologiesaal: Drei hochleistungsfähige Projektoren und Leinwände garantieren optimale Sichtbarkeit bei Vorlesungen, Histologiekursen und Klausuren. Eine Dozentenkamera erfasst die Vorlesung, während das Signal bei Vorlesungen mit über 154 Studierenden via AV-over-IP live in den alten Histologiesaal sowie in die beiden Seminarräume gestreamt werden kann.
- Seminarräume & Schulungsraum: Ausgestattet mit Projektionssystemen, Mikrofonie und Deckenlautsprechern. Die beiden Seminarräume lassen sich über einen Trennwandkontakt automatisch medientechnisch zusammenschalten.
Technische Highlights im Überblick
- Extron NAV AV-over-IP System: Das technologische Herzstück für verlustfreie Bild- und Tonübertragung im gesamten Gebäude über eine eigene Netzwerkinfrastruktur.
- Exklusive Experten-Programmierung: Fachgerechte Einbindung und Logikprogrammierung der Mediensteuerung durch zertifizierte Extron Network AV Specialists.
- Freies Quellenrouting in den Präparationssälen: Individuelle Signalzuweisung für 30 Displays über 15 Zuspielquellen (inkl. Drahtlosübertragung via Extron ShareLink und mobile Kameras).
- Histologiesaal mit Multi-Streaming: 3 Projektoren/Leinwände, Dozentenkamera zur Aufzeichnung sowie AV-over-IP-Direktstreaming in Ausweichräume.
- Automatisierte Raumkopplung: Automatische Verschaltung der Medientechnik in den Seminarräumen über Trennwandkontakte.
- Intuitive Mediensteuerung: Zentrales Signalmanagement, Quellenwahl, Streaming und Raumfunktionssteuerung (Licht, Verdunkelung) über maßgeschneiderte Touchpanels.
- Flächendeckende Audioabdeckung: Perfekt eingemessene Mikrofonie-Lösungen und Deckenlautsprecher in allen Sälen und Schulungsräumen.
Interaktiver Wissenstransfer und langfristige Betriebssicherheit
Durch die erfolgreiche und passgenaue Integration und Programmierung der Medientechnik verfügt die Uniklinik Köln nun über eine der fortschrittlichsten medizinischen Ausbildungsstätten in Europa. Es wurde eine zukunftssichere Infrastruktur geschaffen, die reibungslose Abläufe im hochanspruchsvollen klinischen Lehrbetrieb garantiert.
Der didaktische Mehrwert ist enorm: Die zuvor starre Arbeit in Kleingruppen ist einer interaktiven, vernetzten und hochdynamischen Lernumgebung gewichen. Dozierende und renommierte Pathologen profitieren von der Enormen Flexibilität, besondere Befunde in Echtzeit für alle Studierenden im Gebäude sichtbar zu machen. Dank der modernen Drahtlos-Schnittstellen und der automatisierten Steuerung ist die Prosektur optimal für hybride Lehrformate gerüstet, wodurch sich die medizinische Lehre für die kommenden Generationen auf ein völlig neues Level hebt.
Hier können Sie sich die ausführliche Case-Study im PDF Format herunterladen.